Samstag, 31. Juli 2010 - 15:25 (CEST) - 18:55 (IST)
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Der Nordosten Indiens

Der Nordosten Indiens führt ein Schattendasein im Tourismusangebot der Indien-Reise-Veranstalter. Ganz zu unrecht, wie die folgenden Ausführungen belegen möchten. Aber die relative Abgeschiedenheit, die große Entfernung von den wichtigen Tourismus-Destinationen Indiens, halten manchen Reisenden ab, sich mit dieser Gegend Indiens auseinander zu setzten.

Wer die Reiseprogramme der einschlägigen Anbieter von Indienreisen auf dem europäischen Markt beobachtet, wird feststellen, dass der Nordosten weitgehend ausgeklammert ist. Für viele Menschen besteht Indien aus den bekannten Palästen Rajasthans, den großen weltberühmten Tempelanlagen, vielleicht auch den buddhistischen Klöstern des Himalaya (Ladakh). Dazu kommt noch der Süden Indiens mit seinen landschaftlichen Schönheiten und seinen Küsten und Stränden. Der Nordosten aber taucht bei all diesen Angeboten so gut wie nicht auf.

Dabei bieten die sieben Bundesstaaten, die zum größten Teil aus dem alten Assam hervorgegangen sind, spektakuläre Landschaften mit einer unglaublichen Artenvielfalt in der Fauna und Flora, eine Reihe von bedeutenden Nationalparks, eine gänzlich andere Architektur im Sakralbereich und vor allem aber, differenzierter als in irgendeiner anderen Ecke Indiens, eine unüberschaubare Anzahl von Stammeskulturen, die in ihrer eigenen Welt leben und sich der Moderne weitgehend entziehen konnten. Es sind traditionsgelei-tete Gesellschaften, die sich ihres reichhaltigen kulturellen Erbes wohl bewusst sind. Sie sind nicht indo-arischen Ursprungs sondern in früheren Zeiten aus der Tibet, China und den südostasiatischen Staaten wie Thailand, Burma und Kambodscha eingewandert. Die Stammesbevölkerung hängt auch heute noch animistischen Vorstellungen nach. Dass das Christentum in einigen der 7 Länder des Nordostens so weit verbreitet ist, hängt mit den intensiven Bemühungen schottischer Missionare zusammen, die dabei viel von der ursprünglichen Kultur zerstört haben - ein generelles Problem, auch in anderen Teilen der Welt. Ein großer Teil der Bevölkerung der Nordoststaaten, die sich mengenmäßig ja in Assam konzentriert, sind heute Hindus und, soweit die Einwanderer aus Bengalen betroffen sind, auch Moslems.

Dies alles macht den besonderen Reiz der sieben Länder des Nordostens aus. Die Abgeschiedenheit, die Ursprünglichkeit mit ihren Reizen, lässt einen schnell vergessen, dass die touristische Infrastruktur noch ein wenig in den Kinderschuhen steckt. Lange Anfahrten, nicht überall gut ausgebaute Straßen, haben bisher einen Massentourismus verhindert. Und das ist auch gut so. Für Naturliebhaber, für Trekker, für Fotografen, Wildbeobachter und Angler gerade recht.

Dabei ist es gar nicht so schwer, in diese Länder zu reisen. 11 größere Flughäfen - davon alleine in Assam 6 - verbinden die Länder des Nordostens mit dem Rest Indiens. Zwar kann man einige Flughäfen des Nordostens auch von Delhi aus erreichen, der größte Teil des Flugverkehrs geht aber von Kolkata aus. Reisende, die das ehemalige Königreich Sikkim und die berühmte hill Station Darjeeling besuchen wollen, können bei entsprechendem Zeitaufwand das eine oder andere Land des Nordostens in ihre Reisepläne einschließen. Die folgende Übersicht, nach Bundesstaaten geordnet, gibt einen Gesamtüberblick über die derzeit existierenden Flugverbindungen. Viele Verbindungen werden täglich bedient, manche nur an ausgewählten Wochentagen.

Europäische Reisende, die in die Staaten des Nordostens reisen wollen, kommen in der Regel in Delhi an. Sie können entweder nach Bagdogra (Westbengalen) weiter fliegen, wenn sie nach Guwaharti, der Hauptstadt Assams (oder auch nach Darjeeling, Sikkim oder gar nach Bhutan) weiter reisen wollen. Oder aber sie fliegen nach Kolkata.

Dort hat der Reisende fast zu allen Ländern des Nordostens gute Weiterflugmöglichkeiten.